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Telekom bringt LTE nach Köln

22.09.2011

In Köln testet die Telekom Deutschland erstmals die Mobilfunktechnik LTE (Long Term Evolution) in einer Großstadt. Nachdem die Verpflichtung, ländliche Regionen ohne Breitbandversorgung mit schnellem Internet auszustatten, weitestgehend erfüllt ist, dürfen die Mobilfunkbetreiber LTE jetzt auch in die Städte bringen.

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Die Telekom hat die Millionenstadt Köln als Versuchstadt ausgewählt, da durch die Zahl der Einwohner und die städtische Bebauung mit engen Straßenschluchten und Hochhäusern ein Testumfeld gegeben ist, in dem diese Problemfälle in der Praxis erprobt werden können.

Zweigleisiger Ausbau

Für die Grundversorgung mit schnellem Internet im ländlichen Raum werden die Frequenzen der sogenannten „Digitalen Dividende“ genutzt. Sie liegen im 800 Megahertz (MHz) Bereich und erlauben einen relativ großen Abstand zwischen den einzelnen Sendestationen. Anders sieht es bei den in den Städten verwendeten höheren Frequenzen im Bereich von 2,6 Gigahertz (GHz) aus. Diese Frequenzen haben einen Radius von etwa fünf Kilometern, der jedoch durch Faktoren wie Hochhäuser reduziert wird. Um in einer Großstadt wie Köln eine gleichmäßige Versorgung aller Teilnehmer zu erreichen, wird daher der Aufbau des LTE-Netzes zweigleisig betrieben. Ein enges Netz von Stationen im 2,6 GHz-Band wird ergänzt durch ein weitmaschiges Netz im 800er-Band, das die Funkwellen bis ins Innere der Gebäude bringen soll.

Störungsfreier Live-Stream

Mit LTE sind im optimalen Fall Downloadraten bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) möglich. Aber auch der Speed wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst, etwa die Anzahl der Teilnehmer in einer Funkzelle. Die Fachzeitschrift „Connect“ nahm an einem Test der Telekom teil, bei dem zwischen einem fahrenden Auto in der Kölner Innenstadt und einem Hotelzimmer eine Live-Videokonferenz via LTE geschaltet wurde. Ein Problem beim mobilen Internet ist nämlich das kontinuierliche Streaming von Daten, die sich nicht zwischenspeichern lassen, wie etwa eine Live-Konferenz. Im Versuch sollte das Streaming mit 6 Mbit/s erfolgen. Der Test lief ohne Störung und Ruckler problemlos ab, die verfügbare Downloadrate lag bei rund 98 Mbit/s, fiel nur gelegentlich auf 48 Mbit/s. Durchgeführt wurde der Test mit einem LTE-Surfstick.

Nahtloser Wechsel zwischen den Frequenzen

Ein weiteres Problem ist derzeit noch der Wechsel zwischen verschieden Frequenzen und Funkstandards, der sogenannte „Handover“. Zwar verfügt der Telekom-LTE-Stick über fünf Frequenzbänder und kann mit zwei LTE-Frequenzen, HSPA+, UMTS und sogar GSM funken, beim Wechsel zwischen den Funkstandards muss die Verbindung jedoch erst abgebrochen und dann wieder neu aufgebaut werden. Ziel der Techniker ist der nahtlose Wechsel zwischen den Standards, der zum Beispiel erst das unterbrechungsfreie Surfen im Zug ermöglichen kann. Fehlende Endgeräte, vor allem Smartphones, stellen grundsätzlich ein Problem bei der Ausweitung von LTE dar. Zum einen ist die IP-Telefonie per LTE noch nicht ausgereift, zum anderen ist bei LTE der Stromverbrauch erhöht, so dass stärkere Akkus benötigt werden. Und der nahtlose Wechsel zwischen den Frequenzen ist bei Mobiltelefonen besonders wichtig.

Autor: MB

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